Hobbits, werte Leserschaft!

Einst waren sie angesehene Mitglieder der Breeländer Gesellschaft und auch ich unterhielt mich damals gerne mit Vertretern des kleinen Volkes. Sie brauen gutes Bier, züchten edelstes Pfeifenkraut und haben auch am Stammtisch des Ponys Unterhaltungswert bewiesen: Kurzum, man musste das haarfüßige Volk gerne haben.

Das hat sich irgendwann geändert. Wann genau, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, aber Gerüchten zufolge feierte die örtliche Irrenanstalt eines Tages “Tag der offenen Tür”. Leider hat die Exekutive der Einrichtung vergessen, die entlaufenen Insassen wieder einzufangen, unter denen sich eben auch sehr viele Hobbits befanden, die aus einer Fehlzüchtung zwischen Troll und Wildschwein hervorgingen.

Zwar unternahm man versuche, sie mit Musik zusammenzutreiben, was auch jedem Abend erfolgreich funktioniert (sowohl bei Hobbits, als auch bei menschen und Halborks, die wir hier seltsamerweise als Elben betiteln), aber ein Schlaumeier hat die Schlüssel beim allmonatlichen Stiefelsaufen versetzt und diese lassen sich nicht wiederfinden. Tierpfleger und Heilpädagogen (Hammerschwinger aus dem Zwergenvolk) verloren dabei ihre Arbeit. Wir berichteten.

So trug es sich kürzlich zu, dass der Verfasser dieses Artikels beim Beobachten des alltäglichen Fütterungsrituales (man treibt sie wie ein Rattenfänger mit Musik zusammen und wirft ihnen dann Fleisch und Hundekuchen hin) mit ranzigem Kot beworfen wurde. Man kennt dieses Verhalten aus der Tierwelt, wie den Abenteuern von Horatio Korbblüte zu entnehmen ist. Darin steht “Die Spezies Affe schleudert, wenn sie Konkurrenz in ihrem Revier wittert gerne mit dem eigenen Kot auf bedrohlich wirkende Feinde”. Dem darf man entnehmen, dass jene Hobbits (die Redaktion brachte die Namen Bampo und Orladia in Erfahrung), ein ähnliches, wenn nicht gar gleiches Verhalten zu Tage legen. Wen wundert’s bei dem Wortschatz, der es jenen Individuen erlaubte, einen ganzen Satz zu sprechen? Eine wahre Seltenheit bei jenem Pärchen aus feinster inzestiöser Zucht. Gerüchten zufolge entstammt das Weibchen einem der sagenhaften Trolle Tom, Bert und Bill, welche  ein Hobbit Namens Beuteler (oder so ähnlich) einst zu Stein verwandelt haben soll. Von welcher der drei ist nach all der Zeit leider nicht mehr rekonstruierbar. Die Mutter des Weibchens nahm sich jedoch nachweislich das Leben bei der Erkenntnis, dass die Nachgeburt ein Eigenleben entwickelt hat. Ob es sich dabei  um Orladia oder um Bampo handelt, ist jedoch nicht ganz klar und würde einiger unangenehmer Rektaluntersuchungen mit glühenden Schürhaken bedürfen, und kein Heiler mag sich bereit erklären, die Nasenlöcher, die sich bei jenen Handständlern (eine neue Hobbitspezies) da befinden, wo wir normalen Menschen oder Hobbits  anatomisch die Rosette haben.

Jedenfalls durften wir Zeuge des Paarungsrituales bei diesen Beiden werden, und die Bezeichnung “Wunder der Natur” ist bei jener Ästhetik, die wir mit einem umzukippenden Schmalztopf vergleichen, dessen Inhalt sich zähflüssig über den Boden ergießt und eigenartigste Formen anzunehmen beginnt, völlig unangebracht. Beginnen sich diese Subjekte zu umarmen und zu kosen, wird es selbst für hartgesottene und gelehrte Beobachter von sich paarenden Speckwürfeln schwierig, zu unterscheiden, wo sich denn jetzt vorne, hinten oben oder unten befindet. Das geht ineinander über, bis sie sich wieder trennen, was uns wiederrum an einen in zwei Teile geschnittenen Regenwurm erinnert.

Sie machen’s einem nicht leicht, so etwas als schön zu empfinden. Gepaart mit einem Wortschatz, der den Genius eines normalwüchsigen Dreijährigen unterbietet müssen wir uns zeitweise wirklich fragen, was die Valar bei der Erschaffung solch einer pervertierten Spezies eigentlich geschnüffelt haben.

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