Nun, werte Leserschaft. man mag uns ja Vieles vor die Nase reiben, doch interessanterweise, und das sagen wir aus reiner Süffisanz, zugegeben, lässt sich all dies belegen. Denn wie die Rufe lauter und lauter werden, wir von der Zeitung wüssten Dinge, die wir gar nicht wissen sollten, möchten wir zunächst einmal eines klar stellen.

Sobald etwas offiziell gesprochen oder gesagt wurde sehen, hören und lesen das die Menschen. Wenn also ein Stadtrat zurücktritt und es dabei 20 Zeugen gibt, die die offizielle Verlautbarung bestätigen können, dann meinen wir, ist das schon ziemlich offiziell.

Wenn die Stadtwache verkündet, sich von etwas zu distanzieren, dann ist das eine klare offizielle Aussage, die jeder nachlesen kann, sofern er des Lesens überhaupt mächtig ist. Man kann eine solche Aussage selbstverständlich revidieren, indem man ganz einfach beschließt, NICHTS dergleichen zu schreiben, oder dafür zu sorgen, dass es NICHT jeder lesen kann. Sowas nennt man in Fachkreisen Geheimniswahrung oder – so drrückt der Volksmund es aus – Geheimniskrämerei.

Auch unsere Quellen können  uns hieb- und stichfest beweisen und aufzeigen, dass alles, was offiziell verlautbart wurde auch offiziell zu lesen steht. Da sind wir ausnahmsweise tatsächlich penibel. und können dies bei Möglichkeit auch bestätigen.

Nun, also halten wir fest. Die Stadtwache distanziert sich von der Gründung eines neuen Stadtrates und auch – seien wir gercht – halboffiziell, vom Rat selbst. Die Stadtwache stand diesem ja zuvor unter und mehr als eindeutig etwas zu nahe.

Gut, nun ist die Frage, ob die Stadtwache den Rat unterstützte oder der Rat die Stadtwache im Raum. Unserer Meinung nach handelt es sich hier schlichtweg um ein Syndikat.Wenn die Stadtwache weg fällt, steht es um die Sicherheitsfrage in Bree schlecht. Alternativ hätte die Stadtwache natürlich den Konsens finden und zuvor schreiben können “Die Stadtwache behält sich vorerst das Recht der Resignation vor”, was nicht nur besser klingt, sondern auch weitaus vernünftiger wäre: Denn solange kein Stadtrat gewählt wurde, kann auch die Stadtwache nicht für derlei Dinge belangt werden.

Demzufolge war dies ein bedauernswerter aber leider auch kein weiser Zug der Stadtwache. Denn selbstverständlich hat die Stadtwache von Bree, trotz allem seine Rechte und Pflichten, die bestimmt nicht angetastet würden, jedoch deutlich die Kluft zwischen Rat und Wache vergrößern  müssten. Das liegt schon alleine daran, dass ein Gleichgewicht zur Wahrung der Sicherheit und der Rechte der Bürger gewahrt werden muss.

Die vorrangige Aufgabe des Stadtrates wird es von daher sein, diesen Konsens zu finden. Einem neu gewählten Stadtrat von Vornherein den Rücken zuzukeren ist nicht einfach politisch unklug, es ist vor allen Dingen destruktiv (oder im Volksmund neuerdings “unkonstruktiv”).

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