Ja werte Leserschaft, angesichts der letzten Ereignisse hier in Bree wird ja schon wirklich viel Grütze verzapft und viel Dünnpfiff gesülzt. Da tritt der Stadtrat offiziell vom Amte zurück, und Bree ist endlich wieder frei, zu wählen, nachdem das Volk sich entschieden hat, und dann steht auf der Anschlagtafel der Stadtwache zu Bree Folgendes zu lesen:

Die Stadtwache von Bree distanziert sich (…) vom neuen Stadtrat. Die bis dato mit ihm verbundenen Dienstvorschriften werden entsprechend abgeändert.

Koutha Kathura, von dem das Schreiben stammt, will uns damit schlichtweg nur bestätigen, dass der Stadtrat von Bree und die Stadtwache Vetternwirtschaft betreibt und das Rechtssystem nun deshalb zusammenzubrechen hat, nachdem das diktatorische Syndikat aufgelöst wurde, ohne Gegenwehr zu leisten.

Sagten wir Gegenwehr? Nun so ganz stimmt das nun nicht, denn der neue (angebliche) Rechtsaristokratadvokat Adophey richtete einen offenen Brief an die Bewohner Brees. Da wir eine aufklärerische und wahrheitsliebende Zeitung sind, wollen wir euch natürlich die Fehler innerhalb des offenen Briefes nicht vorenthalten. Wir korrigieren das Schritt für Schritt, und ihr könnt selbst sehen, dass dies nur ein Verzweiflungsakt ohne Hintergrundwissen war, aber mit Nichten eine rechtlich belegbare Korrektur des gängigen Rechtsgesetzes, das ja per Protokoll neulich erst überarbeitet wurde.

Ursprünglicher Text:
Primum: Die Stadt Bree ist Teil des alten Königreichs Arnor. Das Königreich Arnor ist mit dem Erlöschen des arnorischen Königshauses dem Reiche Gondor untertänig geworden. Es herrscht in Bree also das Königshaus Gondor, welches durch Statthalter Denethor vertreten wird. Das Gerichtsrecht der Stadt wird dieser also durch das Königshaus Gondor gegeben und kann nur vom König oder seinem Statthalter zurück genommen werden.
Der Rücktritt des Richters Rhouven Carlyle und die fehlende Regelung seiner Nachfolge führt dazu, dass das Gerichtsrecht der Stadt effektiv aufgehoben wird. Dieser Rücktritt ist daher als Nichtig zu betrachten bis eine Bestätigung der Rücknahme des Gerichtsrechtes durch den Statthalter erfolgt ist.

(Korrektur):
Primum: Die Aufzeichnungen gehen nur so lange zurück, wie Handelsbriefe und Bekundungen nicht zerfallen sind. Es geht aus diesen Dokumenten aber klar heraus, dass nach dem Verschwinden der Könige Bree eine freie Handelsroute inne hat und das Dorf damit uneingeschränkte Souveränität und Unabhängigkeit genießt. Ein fernes nicht in Einfluss beindliches Königreich namens Gondor hat von daher rechtlich wie geschichtlich nie Anspruch auf Bree gehabt. Mit anderen Worten, liebe Leser, Bree untersteht keinem König (der im Übrigen aus Aufzeichnungen einhergehend bereits seit gut 1.500 Jahren nicht mehr im Amte ist, da die Königslinie angeblich ausgestorben sein soll).Fehler in dieser Aussage: Die ganze Aussage.
Der Rücktritt des Richters, als auch ds Stadtrates hat mit der offiziellen Kundgabe seine absolut legitime Richtigkeit und es obliegt nun dem Wahlrecht per Urne, den nächsten Richter der Stadt Bree offiziell zu bestimmen.

Sekundum: Da Richter Carlyle als effektiv noch im Amt zu betrachten ist, ist auch der Rat nicht aufgelöst. Es ist an Richter Carlyle seinen Nachfolger zu bestimmen und mit diesem gemeinsam die neuen Ratsmitglieder zu ernennen.

Sekundum: Der Verfasser dieses Schreibens tut alles daran, sich so in den Stadtrat zu hieven, dessen Auflösung seit der offiziellen Aussage, die man nun auch nicht mehr zurücknehmen kann schlichtweg als gültig ansehen muss. Unser Rat an den Verfasser: Stellt Euch zur Wahl auf, guter Advokat. Doch vorher hraten wir noch zu einem Studium in Gesetzwesen.

Tertium: Die Unruhen im Süden und die damit verbundenen Schwierigkeiten der Kommunikation mit dem Statthalter Gondors auszunutzen um den Umsturz auszurufen ist als Hochverrat anzusehen. Ebenso ist die Einrichtung eines alternativ-Rates – das sogenannte Triumvirat – als Hochverrat anzusehen. Sowohl die Agiatoren des Umsturzes als auch die Mitglieder des Triumvirates sind festzunehmen und nach entsprechender Verhandlung ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Tertium: Da die Bürger Brees heute zum ersten Mal hören, dass Bree offenbar einem Königreich tausende Meilen im Süden unterstellt ist, kann man wohl kaum davon ausgehen, dass “Gondor”  derzeit Notiz von Bree nimmt oder in den belegt letzten 500 Jahren Notiz genommen hat. Eine solche Annahme hat schon alleine deshalb keine Gültigkeit, da sonst eine Änderung von “König” in “Stadthalter” geändert wurde. Da dies nun aber nicht vorliegt und Bree ein freier Handelsposten ist, wie man gewiss in jeder Ausgabe von “Ardakompendia” nachlesen kann (Ja, Lesen bildet), ist die ganze Aussage schlichtweg unzutreffend.
Was die Bildung eines Triumvirates zur Einleitung von Neuwahlen und damit angeblichen Hochverrat angeht, gibt es keine Gesetzesgebung, welche die freie Meinungsäußerung oder den Versuch verbietet, Bree mit legalen und obendrein friedlichen Mitteln wieder in die Hände fähiger Männer zu geben rechtfertigt. Diese Aussage ist eine schlichte diktatorische Provokation ausgehend von einem Mann, der mehr als eindeutig vom Rechtswesen keine Ahnung zu haben scheint und stattdessen lieber das Schwert zücken würde, um das Volk mit der Klinge zum Schweigen zu stechen…. oder zu köpfen!

Jede Abweichung von diesen Punkten bricht das Recht der Stadt, was das Verlangen nach “gerechten” und “legalen, offenen” Wahlen ad absurdum führt.

Interessanterweise jedoch war der offene Brief mit der ersten bis zur letzten Zeile schon ad Absurdum und erklärt lediglich eine Sache! Diene, schweige oder stirb!

Demnach definiert FREIE MEINUNG Laut Herrn Rehal Gadophrey in Bree “Ad Absurdum”. Gerade wegen dem Gesicht, das Anhänger des alten Stadtrates nun aufzeigen  Ob wir uns das nun bieten lassen wollen oder nicht, ist eine Frage, werte Leser, die ihr euch selbst beantworten müsst. Wir können letztlich nur eines dazu sagen:

Auf den Sieg Herr Adolphrey. Gadophrey. Wenn Ihr einmal Geschichtsaufzeichnungen lesen würdet, würdet Ihr wissen, wie das klingt und wie das enden wird.

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