Am gestrigen Abend, werte Leserschaft, hatte Chefredakteur K. Grünfels die Ehre,ein Gespräch mit D. Kemp, Hauptmann der Stadtwache Brees, zu führen. Ein überaus aufschlussreiches und interessantes Gespräch. Interessant ist herbei zu bemerken, dass die Wache auf die angebliche Beteiligung am Tode Edorax’ reagierte. Dies nahm der Vertreter der Stadtwache zum Anlass, diverse Dinge richtig zu stellen und zu erklären, außerdem um im politischen Säbelrasseln mit Drohungen um sich zu werfen. Doch dazu kommen wir später.

Kommen wir zunächst einmal zum Hauptthema der Unterredung, dem Tode Edorax. Hauptmann Kemp bestreitet, die Wache hätte etwas mit dem Tode des nervtötenden Mackerimitats zu tun. Wir zitieren:

Hauptmann Kemp: „Ich kann euch gleich sagen, dass die Wache mit diesem Mann nichts zu tun hatte. Geschweige denn gewusst hatte, was er macht.“

Da wurden natürlich Fragen laut, wieso uns die Wache derartiges erklärt.

Hauptmann Kemp hierzu: „Die Wache steht schon genug im schlechten Licht. Da kommen solche Berichte nicht gut“

Um eines vorweg zu sagen. Innerhalb der Stadtwache gibt und gab es weder eine Untersuchung zum Tode Elmenors in Edorax’ Auftrag, der bekannterweise öffentlich stattfand, noch zu Edorax’ Tode am Keilerbrunnen von Bree. Hierzu äußerte sich Hauptmann Kemp: ‘Ich kenne den Namen nur vom Hören sagen.’

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, werte Leserschaft, will ich hier noch ein Zitat von Hauptmann Kemp zu der Thematik Edorax im exakten Wortlaut zitieren: ‘Erstens, gegen die Tat von Edorax, kann ich nichts machen. Zweitens, solange es nicht angezeigt wird, kann ich ebenso wenig machen. Jetzt weiss ich ja von euch, was geschehen ist. Ich kann den Fall aufrollen. Aber ich bezweifle, dass sich genügend Zeugen melden würden.’

Seien wir also fair. Hauptmann Kemp arbeitet im Sinne seiner Befugnis (wir kommen später noch genauer darauf zurück). Dass er im Rahmen seiner amtlichen Befugnisse tätig sein muss und entsprechend auch nach seinem besten Gewissen handelt, mag in diesem Falle nicht bestreitbar sein. Hauptmann Kemp trägt seine inneramtliche Position nicht ohne Grund und seiner Kompetenz sei hier kein Abbruch getan. Er musste so antworten und handeln. Doch abgesehen davon, gab es andere sehr interessante Hintergründe zu Oberwachtmeister Kathura und seiner Rolle im Mordfall Lancriss und seiner Untätigkeit im Falle Elmenor.

Im Falle zu Elmenors Tod und der Inaktivität der Stadtwache äußerte sich Kemp mehrmals, dass er außerhalb des Landes andernorts tätig war und das Amt Oberwachtmeister Kathura solange übergab. Koutha Kathura war, wie wir uns erinnern außerdem Ankläger im Prozessmord gegen Laceley Lancriss. Dabei sei hervorzuheben, dass Hauptmann Kemp sehr wohl eine Rechtfertigung zum Tode Besagter Dame Lancriss fand,gleichzeitig aber nicht zur öffentlichen Hinrichtung eines Elben, an der lediglich Zivilisten und ein Schaumschläger, der sich als Wache ausgab beteiligt war. Zu letzterem fand er nur die obenstehenden Rechtfertigungen. Man wäre nicht dabei gewesen, man konnte nichts tun. Viele Schaulustige, aber keine Wache, während auf der gegenüberliegenden Bühne jemand enthauptet wurde. Man erlaube mir die Randbemerkung „dazu gibt es auch nichts Weiter mehr zu sagen“.

Die Wache beschwerte sich dahingehend bei K. Grünfels des Öfteren, dass keine andere Seite, nämlich, jene der Wache angehört wurde. Allen Widersprüchen zum Trotz erfuhren wir von der Redaktion jedoch nichts, was wir nicht schon längst wussten oder auch schon abgedruckt hatten. Hauptmann Kemp merkte hierzu an: ‘Es gab sehr gute Gründe, weshalb man sie zu Tode verurteilt hat. Sie hätte auch euch gefährlich werden können.’

Ungeachtet der Tatsache, dass sie bereits einmal verurteilt wurde, was weder im Gerichtsprozess durch Richter Sensenmann Carlyle angemerkt wurde und damit keine Relevanz hatte, merkte Hauptmann Kemp zudem an: ‘Sie wurde schon einmal verurteilt. Und deshalb wurde sie als Wiederholungstäterin dementsprechend bestraft.’ … ‘Weil ich weiss, wie meine Leute reagieren. Wäre er ein Problem gewesen, hätte man das friedlich gelöst.’ (Letzteres bezog sich übrigens auf den Schauprozess gegen Elmenor.

Während des ganzen Gespräches geriet Hautmann Kemp mehr und mehr in die Defensive. Es ist unsere Pflicht, unser täglich Brot, Fragen aufzuwerfen und zu stellen. Diese haben sich zuvor schon gestellt und beantwortet. Dass die Stadtwache mit Edorax Tod nun nichts zu tun hat ist glaubhaft un – wenn auch nicht belegbar – ziemlich sicher.

Unbestreitbar ist jedoch die Tatsache, dass der damalige Befehlshaber Kathura weder etwas im Bezug auf Elmenors Hinrichtung unternahm, noch eine weiße Weste trägt. Interessanterweise sei hervorzuheben, dass der Kläger, der Laceley Lancriss letzten Endes ins Grab brachte durch einen Verteidiger der Stadtwache vertreten wurde. Parallelen zu anderen früheren Verurteilungen gegen die besagte Dame können nicht gezogen werden, da während des Prozesses derlei nicht erwähnt wurde. Insofern besteht vor dem Gesetz lediglich der Anklagepunkt „schwere Körperverletzung eines Mitgliedes der Stadtwache in Zivil“.

Fassen wir also zusammen. Die Stadtwache gesteht indirekt Unfähigkeit ein, sowie ihre Unterstützung Richter Rhouven „Sensenmann“ Carlyles im Prozess gegen Laceley Lancriss, der letzten Endes wegen der oben angeführten Anklagepunkte zum Tode führte, nicht wegen früherer Vergehen. Selbst die Begründung Hauptmann Kemps „Das hätte es nicht besser gemacht, Herr Grünfels“ ändert daran das Geringste. Das ist vor dem Gesetz keine Rechtfertigung.

Aschließend gab es am Ende des Gespräches übrigens noch eine sehr klare Ansage Seitens Hauptmann Kemps zu den dargelegten Vorwürfen: ‘Sollten noch mehr Verleumdungen und Anschuldigungen gegen die Wache öffentlich berichtet werden, ohne dass ihr mit mir gesprochen habt, sehe ich mich gezwungen, einen Haftbefehl gegen euch auszurichten. Ihr wisst, was gegen Verleumdung für eine Strafe steht?’

Vermutlich der Tod (Anmerkung des Verfassers).

Aha! Also am Ende zu der diplomatischen Flucht in Erklärungsnot dann doch noch eine Drohung. Auf die Frage hin jedoch, wo hier Verleumdung und Anschuldigungen gegen die Wache wider des Gesetzes steht, jedoch geriet Hauptmann Kemp einmal mehr in Erklärungsnot. Damit liegt der Fall ganz klar, werte Leserschaft. Nachdem die Fakten auf dem Tisch liegen holt man das Schwert des Gesetzes heraus. Doch die Stadtwache arbeitet imRahmen seiner Pflichten und Befugnisse mit Brees Gesetzgebung und hat keineswegs das Recht, es zu biegen. Da die Stadtwache nunmal eine öffentliche Institution darstellt, muss die Stadtwache sich eben auch damit abfinden, unter massive Kritik zu geraten. Dies betrifft nebenbei auch den Stadtrat, welchem Richter Sensenmann ja bekannterweise angehört (auch von ihm wurden wir zur Fragestunde geladen, das wird also noch ausstehen). Richter Carlyle, der angeblich mit der Stadtwache nicht zusammenarbeitet gab auf einem Papier mit Absegnung von Bürgermeister Zartlärche aber seine Unterschrift, in welcher niemand geringerer als Kathura, Oberwachtmeister der Stadtwache während Kemps Abwesenheit seine Rechte und Pflichten einnahm. Und was ihn betrifft, solltet ihr, werte Leser ja mittlerweile Bescheid wissen.

Stellen wir abschließend also noch einmal Folgende Fragen, und wir von deer Redaktion bitten Euch, werter Leser, in Euch zu gehen und darüber nach zu denken.

Wenn die Wache auf den endgültigen Richtspruch und den Prozess per Gesetz keinen Anteil nehmen darf, selbst der Kläger als Zivilist zu gelten hat, wie kommt es dann, dass, laut Kemp traditionell ein Angehöriger der Stadtwache die Verteidigung des Klägers übernimmt? Wo bleibt dann das gesetzliche Recht des Angeklagten?

Wenn die Stadtwache unfähig scheint, selbst öffentliche Morde an öffentlichen Plätzen nicht zu verhindern, geschweige denn sie bereits nach wenigen Monaten gar nicht mehr zu verfolgen, wie sicher darf man sich durch die Stadtwache noch fühlen?

Wenn die Stadtwache kritische öffentliche Fragen damit beantwortet, Verhaftungen durchzuführen, wo bleibt dann die Meinungs- und Pressefreiheit?

Und dies, werte Leserschaft, waren nur die ersten Fragen, die sich uns noch während des Gesprächs mit Hauptmann Kemp stellten.

Advertisements