Momentan gibt es in Bree keine Straßenecke und kein Gasthaus, an dem man vorbeikommt und versucht, sich die Rübe ins Koma zu katapultieren, ohne dass nicht irgendein pseudointellektueller Breeländer seinen Unmut zum Besten gibt. Grund dafür ist selbstverständlich das Gericht unter R. H. Ouven, welcher unlängst das Todesurteil über eine junge Frau verhängt hatte, welche einen Wachoffizier in Zivil mit dem Messer attackiert und schwer verletzt hat (wir berichteten ausführlich).

“Der Kathura (Kläger der Verhandlung übrigens) hat ja schon in seiner Vergangenheit mehrfach Ärger mit Frauen gehabt”, sagte eine anonyme Quelle, deren Name nicht genannt werden will. “Da muss ihm doch einer ab gehen, wenn er es sogar schafft, einer Frau auf diese Weise einen Kopf kürzer zu machen.”

Andere schlagen dabei eine weitaus härtere Tonart an, wie wir bei der Befragung des Volkes zu dem Vorfall herausbekamen, so soll Richter R. H. Ouven beispielsweise einst selbst dienender Offizier der Wache gewesen sein. “Wenn es um die Wache geht, da sind sie mit einem harten Urteil natürlich streng und statuieren ein Exempel, doch wehe es geht um Leute wie Dich und Mich, da muss man schon froh sein, wenn sie einem eine Geldstrafe aufbrummen”, so sagte Herr B.

“Ich bin Breeländer seit vielen Generationen”, sagte ein anderer (gut, alleine diese Aussage finden wir persönlich sehr unschlau gewählt, doch seien wir fair und drucken es trotzdem).

“Ich will nicht in einer Stadt leben, die von einem nicht gewählten Stadtrat unter einem Gericht aus Mördern besteht, nur um den Tod einer Frau zu legitimieren!” entrüstet sich L. Udwyg.

Ein anonymer Besucher der Verhandlung gibt zu Protokoll: “Das war ein abgekartertes Spiel von vorne bis hinten. Die Begründung des Sensenmannes (wie Richter R. H. Ouven im Volke bereits genannt wird) die Dame würde damit nicht aufhören ist hirnrissig. Tod ist Tod!”

Ein Anrainer-Zwerg Namens Curthloin sagte beinhart “Wir in den Brauen Bergen hätten das Weib in ein Loch geworfen und sie den Höhlenklauen übergeben!” Dazu gibt es nichts weiter zu sagen.Bekannterweise nämlich ist das Zwergenvolk im blauen Gebirge moralisch fortschrittlich und konsequent. Warum also nicht auch etwas von ihnen lernen?

Ein ernstes Thema, werte Leserschaft, und ein Wichtiges dazu, denn wir müssen uns tatsächlich die Frage stellen: Wollen wir unter dem Regime der Stadtwache leben, welches Gerüchten zu Folge bereits für ranghohe Offiziere schwarze Ledermäntel in Auftrag gab um den Schrecken noch zu verstärken? Ist das Rot der Breeländer Flagge das Rot des Blutes derjenigen, die anders denken, handeln und dafür ihr Leben lassen müssen? Ist der Tod von Laceley L. das Exempel, das statuiert werden musste, um Breelands Wachpersonal vor Übergriffen zu scützen und ihm somit uneingeschränkte Macht zu verleihen, während ein Henker in Richterrobe unter dem Deckmantel des Gesetzes nicht einmal nachweisen kann, dass er das Rchtswesen überhaupt studiert hat?

Wo bleibt hier noch die Gerechtigkeit? Im Zuge dessen mag der Tod einer Heldin, welche ein Unrecht beging, aber der Stadtwache mit Stolz geschwellter Brust enttarnte und ihr wahres Gesicht offenlegte nicht umsonst gewesen sein. Nicht jeder Held ist ein Held, doch auch nicht gleich jeder Verbrecher, ist ein Verbrecher, denn ein Held. Vielleicht hat uns ihre Hinrichtung die Augen geöffnet und rüttelt das Breeländer Volk endlich wach, um etwas gegen all die Missstände zu unternehmen, welche unsere schöne Stadt zunehmend in den Abgrund zerrt. Wir unterscheiden uns kaum noch von Angmar oder anderen Ländern unter der Regentschaft des Schattens, wenn wir solche Verbrechen tatenlos erlauben und zusehen, wie Bree nach und nach unter der Diktatur eines Wahnsinnigen, der den Tod wahrheitsliebender Mitbürger veranlasst. erlauben, sich zu benehmen wie der dunkle Herrscher höchstselbst! Und mit den Steuern, die wir dank kostspieliger Lizenzen an den Stadtrat abtreten müssen (Kennzeichnung durch Armbänder unter Anderem) unterstützen wir diese Mörder in Robe und Unform auch noch weiter, was uns indirekt ebenso zu Mördern macht. Ist das unser Bree?

Darüber, werter Leser, solltet Ihr nachdenken.

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