Heute Morge liegt über Bree eine schwarze Wolke. Stille und Bedrückheit, gelegentlich unterbrochen durch das Johlen betrunkener Marketenderinnen, welche zwar Trauerkleider tragen, aber die Trauernden trösten wollen.

Was wir am Vortag im Gerichtssaal von Bree zu sehen bekamen, ließ uns von der Redaktion sprach- und fassungslos zurück. Würden wir keinen Artikel schreiben, fehlten uns schlicht die Worte, ob der Gerichtsbarkeit dieses schicksalhaften und schrecklichen Vorabens im Rathaus unseres einst ach so schönen Bree.

Ankläger  Seitens der Stadtwache war Herr Koutha Kathura, dessen Verteidigung ebenso ein Ofizier der Stadtwache, nämlich Enfrith Rabenkralle übernahm. Angeklagt wurde Frau Laceley Lancriss, die sich überdies selbst verteidigte (dazu kommen wir noch).

Die Anklage lautet wie Folgt  Angriff auf eine Stadtwache in zivil, schwere Körperverletzung

(Wir weisen darauf hin, dass ddie Anklage in eben diesem Wortlaut beim Leser stets im Hinterkopf bleiben sollte, aufgrund des gerichtlichen Ablaufes, der mit Bestimmtheit bei einer etwaigen Prüfung mitprotokolliert wurde.)

Voweg sei gesagt, dass es dem Gericht Seitens der Angeklagten und auch des Klägers sehr einseitige Fragen gab. Es mangelte an Kompetenz bei der Gerichtsbarkeit sowie beim Kläger,der durch ein Mitglied der Stadtwache vertreten wurde. Wenn eine Stadtwache im Zivil auf Privatgrund attackiert wird (und sei es auch noch so eine Heuschrecke wie die Angeklagte, derem Schandmaul wir ja nun keine Träne nachweinen, um ehrlich zu sein), dann handelt es sich diesbezüglich schonmal nicht um ein Verbrechen gegen einen Oberwachtmeister sondern eine Zivilperson.

Zumal der Richter einen groben Fehler beging, wie uns ein Justizier im Nachhinein zweifelsfrei bestätigte. Der Richter gab weder am Anfang noch im Verlauf der Verhandlung das gängige Recht zu Wort, dass sowohl Zeugen, wie auch Kläger und Angeklagter eine Aussage verweigern dürfen. Dies war ein grober Formfehler, der jede Gerichtsbarkeit ad Absurdum führt und  schlichtweg keine Gültigkeit hat!

Letzten Endes wurden sämtliche Zeugen aufgerufen und sowohl Kläger, vertreten durch ein Mitglied der Stadtwache (wie sollte es auch anders sein) als auch Angeklagte neigten darum passiv um den heißen Brei herum zu reden während der viel zu defensive Richter keine eindeutige Ja/Nein-Fragestellung (Kreuzverhör) billigte oder selbst durchführte. Als der Richter sich nach diesem mehr als fragwürdigen Possenspiel zurückzog, wurde fleißig diskutiert,während der Angeklagte vor den Zeugen aller Anwesenden ein (zugegeben rotznäsiges) Mitglied der Wache auch noch denunziert hatte. Alle waren sich eigentlich einig, dass dieses Gericht ein Schmierentheater war, aber alles Andere als ernst zu nehmen.

Und dann kam der Richter zurück. Auf Basis der frechen aber geständigen Angeklagten, welche hoch erhobenen Hauptes ihr Schlussplädoyer abgab während “Oberwachtmeister” Kathura seinen Senf dazugab verkündete der Richter schließlich:

Die Todesstrafe!

Das Urteil erfolgt durch das Hackbeil und würde nicht im Beisein der Öffentlichkeit umgehend vollstreckt.

Im Saal wurde es ruhig. Fassungslose Gesichter starrten nach vorne zu der Angeklagten, welche das Urteil mit hoch erhobenem Haupte entgegen nahm. Noch mit stolzgeschwellter Brust verließ sie den Gerichtssaal, ehe sich dieser endlich leerte.

Wir von der Redaktion sind fassungslos und entsetzt. Wegen schwerer Körperverletzung eines Mitglieds der Stadtwache in Zivil wurde die Todesstrafe durch Enthaupten verhängt, leichtfertig und kaltblütig.

Ist das unser Bree, werte Leserschaft? Ist das die Gerechtigkeit der Juristriktion unserer geliebten Heimat? Werden Andersdenkende von nun an durch harte Hand zum Tode verurteilt, weil sie es wagen in einem Anfall unzurechnungsfähiger Blindheit ein Mitglied der Stadtwache anzugreifen?

Diese politische Entscheidung wird nicht ohne Folgen bleiben, und so, werte Leserschaft, bleibt uns heimatliebenden Breeländern, die wir nun einmal sind und uns für unser eigenes Rechtssystem in Grund und Boden schämen sollten nur noch eines zu sagen.

Hast in manchen Ahnentagen

vieler Sünden Last getragen

viel geprüftes Breeland!

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