Wir von den “Vier Buchstaben” sind natürlich für konstruktive Kritik äußerst dankbar, selbst wenn sie von Hobbits kommen, die mehr als offensichtlich von den Valar mit einem Sprachfehler gestraft worden sind, für den sie zweifellos nichts können, und der ebenso zweifelsohne von manchen sogar als drollig empfunden wird. Auch wir machen ab und an gerne einen Ausflug in den Streichelzoo und bemitleiden die armen Knuddeltierchen, die dort eingekerkert wurden, aber wenigstens dürfen wir sie streicheln, betatschen und mit Möhrchen füttern. Das hat alles seine natürliche Ordnung, weshalb wir uns getrost wie das letzte Aas fühlen können und mit der Absolution nach Hause gehen können, dem armen Vieh wenigstens das Leben künstlich verlängert zu haben. Wenn man so will, hat jeder Leserbrief, auf den wir reagieren  für uns den gleichen Effekt. Das soll nun keineswegs eine offensive Beleidigung unsererseits sein, sondern vielmehr der ganz dezente Ratschlag, ein klein wenig sachlicher zu sein, wenn man des Lesens und Schreibens schon mächtig ist. Wir von der Zeitung verdienen unser Brot nicht gerade leicht, und auch wenn wir uns für das, was wir hier schreiben, ja eigentlich hassen sollten, so erfüllt es uns mit einer gewissen Befriedigung, zu sehen dass unser Premium-Produkt genau den rechten Nerv trifft.

Warum also schreiben wir das was wir schreiben? Na ganz einfach, liebe Leserschaft. Weil erwiesenermaßen gut ein Dreiviertel Bree’s genau das DENKT was wir schreiben und die Hunde, die am lautesten bellen, das Holzgebiss des verstorbenen Frauchens geerbt haben und höchstens zur beständigen Bedrohung für die Hafergrütze wird, welche Butterblume mit eben unserem Zeitungspapier streckt; und darüber hat sich bislang ja bekanntlich noch keiner beschwert.

Wenn wir nun also einem Kolummnisten das Wort erteilen, der, so unsere Auffassung, ja nicht nur grundsätzlich recht behält und sich auch noch auszudrücken weiß (und das Ganze sogar ohne Sprachbehinderung), so ist es uns, die wir auf alles eine Antwort haben, dann selbst unbegreiflich, wo denn das Problem liegt. 

Am Witzigsten ist ja, dass diejenigen, die am lautesten Meckern sich zumeist auf der geistigen Stufe bewegen, über die halb Bree am lautesten lacht.

Wir von der Redaktion vergleichen die “vier Buchstaben” gerne mit einem Umstand, den die Meisten hier ja sicher kennen. Man wacht nach einer durchzechten Nacht auf und blickt neben sich. Wenn es nicht gerade eine im Vollsuff abgeschleppte Ziege war, die man fälschlicherweise mit der Schankmaid vom Schluchtenflechter verwechselt hat oder – gar noch schlimmer – feststellt dass man neben einem Vertreter des eigenen Geschlechts zurück ins Wachsein geprügelt wird, indem man das Schnarchen des Monstrums neben sich vernimmt. Dann erhebt man sich und kriecht praktisch auf dem Zahnfleisch zur Waschschüssel über welcher ein alter Spiegel hängt. Wenn man es schafft, den schmerzenden Schädel über die Schüssel zu heben um sich lauthals zu übergeben, erblickt man im Spiegel ein Abbild des Jammers und des Grauens. Man erkennt just, in welch erbarmungswürdigen Zustand man sich befindet und übergibt seinen Mageninhalt dem rostigen Blech der Schüssel einige Male, ehe man sich einredet, dass dies alles ja am Ende nur halb so schlimm ist. Ja manchmal beweist man genug geistige Stärke, um dann auch mal selbst über sich zu lachen. Wenn man so will, werte Leserschaft, sind die “vier Buchstaben” jener Spiegel, der dem Breelandvolk vorgehalten wird.

Nun mag man uns bei aller Sachlichkeit (wir vermissen immer noch konstruktive Kritik Seitens unserer Gegner, die wir aber ohnehin nicht drucken werden, weil uns die dafür nötige Selbstironie fehlt) vorwerfen, wir empinden einen gewissen Sadismus beim Schreiben jener Zeilen, und, das lässt sich nicht abstreiten, es erfüllt uns mit einer gewissen Schadenfreude, zu wissen, dass der ein oder andere sich wiedererkennt und wieder lauthals zu zetern und zu meckern beginnt. 

Denn auch wenn niemand ernstlich gezwungen ist, unser Blatt zu lesen, so raten wir jenen, die kreischen und strampeln, sich auf die nächste Frühlingswiese zu pflanzen und an Gänseblümchen herumzuschnüfeln. Damit geht uns dann zwar der Schreib- und Euch der Lesestoff aus, aber letzten Endes passiert genau das,was Ihr doch so sehr wollt. Ihr tut Euch nicht weh. Und damit tut Ihr mehr Leuten als Ihr denkt einen riesig großen Gefallen.

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