Dienstag, 16. April

Bree bietet heute Nacht ein wahrhaft apokalyptisches Bild. Überall lodern Brände auf und der Himmel ist in ein geisterhaftes grellbuntes Licht getaucht. Überall stinkt es nach Schwefel und akkusisch mengt sich ein Chorus von infernalischem Gelächter hinzu. Ich bin jetzt allein, und konnte nur mit knapper Not den Geschossen entkommen, welche durch Hexenwerk und Zauberei ihre fatale Macht entfesselten.

Sie kamen ohne Vorwarnung von überall her. Verrückte Ausländer, aller Rassen und Herkunftsorte. Elben, Zwerge und Hobbits gleichermaßen wie auch schon andere Menschen, die man nie zuvor in Bree registriert hat begannen ihren Gewaltmarsch und ihre Terrorherrschaft über das Tags zuvor noch friedliche Dorf.

Verrückte, sage ich, sie zünden mitten im Dorf Feuerwerkskörper, zertrümmern Fenster, setzen dabei Holzhaufen in Brand, die übergriffen und das Dorf dem Erdboden gleich gemacht haben.Andere Wahnsinnige jagten durch die Feuersbrunst aufgewirbelten Einladungen hinterher wie Hunde, die ein Stöckchen apportieren.

Sie haben unsere Pferde gestohlen, und anstatt sie ordnungsgemäß zu schänden hat man sie hoch in den Norden getrieben und zur Sklavenarbeit abgerichtet, damit sie fettleibige Hobbits und Zwerge bei einem Pferderennen tragen können, ohne dass man ihnen eine Pause gönnt.

Diejenigen Tiere, die eingehen werden notgeschlachtet und wie zum Hohn an Essensständen als Pferdeleberkäse weiterverkauft.

Es ist entsetzlich, werte Leserschaft. Angmar wirkt die Tage wie ein Vergnügungskirmes im Vergleich zu Bree. 14 Tage, so erfuhren wir, werde dieser Eroberungsfeldzug dauern, doch schon binnen eines Tages ist Bree nicht wieder zu erkennen. Alle wurden zum Kriegsdienst abberufen, weshalb das “Tänzelnde Pony” heute vom Trubel der Kriegswirren weitgehend verschont blieb.

Und bei all dem Elend frage ich mich,  welches Jubiläum es eigentlich zu befeiern gibt.

Die Zeiten sind hart und düster geworden.

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