Wir von den “vier Buchstaben” haben es selbstredend nicht nötig, uns als die Zeitung zu titulieren, welche als Einzige die wirklich wahre Wahrheit verkündet. Die wachsende Anzahl an Viellesern gibt uns dabei wohl recht. Wenn wir also behaupten, von belanglosen Nebenartikeln wie Modetipps abzusehen, dann mit Fug und Recht. Man darf uns beim Wort nehmen, wenn wir behaupten, dass unsere Artikel erst heranreifen und beim Schreiben zur vollen Geltung kommen, wenn unser Alkoholpegel, das Mindestmaß von 10 Bieren längst überschritten hat. So nämlich, können wir am nächsten Tag selbst überrascht sein,wenn wir unsere geistigen Ergüsse auf  bedrucktem püriertem Sägemehl lesen können – und die positivste Nebenerscheinung ist – und das ist die Wahrheit – die Behauptung, wir haben davon nicht das Geringste gewusst. Ihr seht also, werter Leser, wir haben an alles gedacht.

Besonders und gerade deshalb freuen wir uns, uns von herkömmlichen Tagesblättern in Bree vollkommen abzuheben und als erste Zeitung überhaupt folgende Meldung verkünden zu dürfen.

Heute ist in Bree rein gar nichts passiert!

Richtig, werte Leserschaft! Heute ist in Bree ein zwar nicht untypischer aber dennoch ereignisloser Montag zu Ende gegangen, und das bedeutet für herkömmliche Zeitungen, sie hätten keinen Artikel zum Schreiben. Wir allerdings nutzen diese Gelegenheit, um genau jenes zu tun.

Im Pony blieb es weitgehend friedlich. Einzig M. Odrey erwog einmal mehr den Freitod nach einem Heulkrampf, der das Pony halb unter Wasser setzte. Doch Gerstenmann,treuer Abonnent unseres Tagesblattes (Zitat: Ich hab immer Papier zum auslegen da, wenn jemand mein gutes Bier wieder hochwürgt) hatte Hinz und Kunz oraktischerweise mit Lappen und Ptzeimer bewaffnet und konnte, dank unseres saugfähigen Zeitungspapieres das Schlimmste verhindern.

Die Ereignislosigkeit, so freuen wir uns mitteilen zu dürfen, begann Morgens um halb fünf und endete ordnungsgemäß schlag Mitternacht. Offensichtlich gewährte uns dieser Umstand eine Gnadenfrist, denn als wir irgendwann spätnachts irgendwo in der Gosse wieder aufgewacht sind, hatten wir unsere Hosen allesamt immer noch an, was wohl zu dem Schluss führte, dass es heute kaum Breeland-Elben gab, die wir abgeschleppt haben könnten.

Nach sorgfältiger Prüfung stellten wir fest, dass es keine Lokalität in Bree gab, die uns Hausverbot erteilt hätte. Nirgendwo gab es einen Toten zu betrauern, kein Grab am Gräberfeld war geschändet (bis auf eins), und bis auf das Geschrei und das Gezeter der üblichen Verdächtigen, gab es keine weiteren nennenswerten Geräuschkulissen im nächtlichen Bree. 

So nutzen wir die stunde und verlängern unsere Sauftour noch ein wenig, denn man kann nie besoffen genug sein, in dieser herrlichen Stadt am Rektum Mittelerdes!

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