mathys

Dolch oder Taschentuch, was darf´s sein?

Seit wann nimmt Bree ein Blatt vor den Mund, frage ich mich seit einigen Tagen. Und wenn die Stadt dies je tat, seit wann waren es strahlendweiße Blätter? Offenbar, seit die Stadt von sensiblen Randgruppen übervölkert zu sein scheint. Nicht, das ich nicht selbst zu einer dieser Randgruppen zählen würde, aber sensibel? Nicht über die Maßen.

So bietet sich mir mittlerweile ein recht trostloser Anblick in deprimierte Gesichter mit tief hängenden Augenringen vom Dauerheulen, weil die Welt ja ach so böse zu ihnen ist. Und wenn es nicht die Welt ist, dann ist es eben was anderes. Irgendwas wird sich schon finden lassen, was man als Grund hernehmen kann sich hübsche Muster in den Arm zu ritzen. Und die zeigt man dann leidend vor und behauptet, das wäre alles nie passiert, wenn man Freunde hätte. Oder… wenn die Zeitung ihre Worte nicht so drucken würde, dass offensichtlich wird welcher Jammerlappen explizit gemeint ist.

Diese Worte gehen also an dich, werter Jammerlappen, der du in Bree gestrandet bist und wohl immer noch nicht kapiert hast, dass das hier ein raues Pflaster ist. Friss oder stirb! Aber wenn du meinst, sterben zu müssen, dann mach das bitte leise. Denn der geneigte und durchaus unsensible Breeländer könnte Anstoß daran nehmen und dich auslachen. Und das verkraftet weder dein geschundenes Seelchen, noch deine strapazierte Haut (ob man wohl auf einem Arm Schach spielen kann?).

Man merke sich also eins… Bree ist und bleibt eine verkommene, dreckige Stadt, in der verkommene und dreckige Worte an der Tagesordnung sind. Sensibel kann man sich hier verkneifen.

Und zu guter Letzt geht dies auch an dich, werter Leser, der du diese Worte nur deshalb liest, um danach ein Fass aufzumachen und die verantwortlichen Schreiber / Verleger zu bedrohen.

Ich wähle meine Worte bewusst parteiergreifend, da ich mittlerweile mehr als erstaunt darüber bin, in Bree fast zur Gänze nur noch flennende und hirnlose Männer anzutreffen. Da bietet sich ein wenig gedruckter Schund natürlich an, um einen Schuldigen am selbst erschaffenen Dilemma auszumachen.

Ich schlage vor, verlasst Bree oder lernt mit dieser schönen, dreckigen und vollkommen unfreundlichen Stadt zu leben. Denn die Stadt hat ihre Menschen geformt, nicht anders herum.

Mathys J. Fraser, Breeländer aus kaltschnäuziger Überzeugung!

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