Wie viele von Euch TODSICHER wissen, beantworten wir von den “vier Buchstaben” herzlich gerne auch Leserbriefe,sofern sie sich natürlich als würdig zeigen, abgedruckt zu werden.Dieses ist nun geschehen und wir freuen uns, Euch diesen Brief vorlegen zu dürfen:

Werte Redaktion,

mit einigem Interesse und auch nicht unwesentlicher Amüsiertheit habe ich den letzten Artikel “Wenn
Männer Männer lieben” gelesen. Und auch wenn ich mir sicher bin, in einer Stadt wie Bree werden die “vier Buchstaben” hauptsächlich auch für eben jene genutzt, nämlich zur Wahrung der Hygiene auf der Latrine, möchte ich einige Denkanstöße geben mit der Bitte, das Denken, möge es noch so schwer fallen, zumindest für die Dauer der Thematik aufrecht zu halten. Ich verspreche mir davon weder eine Änderung der allgemeinen Haltung gegenüber der erwähnten Personengruppen, noch Verständnis. Seht es lediglich als Reaktion auf einen Artikel, der mich betrifft. Denn wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück.
Zunächst bin ich über den Begriff “Modeerscheinung” gestolpert. Es mag sein, dass einige männliche Bewohner Bree´s sich von in dem Artikel erwähnten Einzug des Frühjahrs eher auf das besinnen, was in ihren Lenden vorgeht, als auf das, was der werte und gemeine Bürger in den Straßen zu Gesicht bekommen möchte. Dazu zählt sicher auch, dass es selbst in
meinen Augen die Grenzen des guten Geschmacks sprengt, wenn ich weinerliche Kerle sehe, die ihren schwanzbewährten Lieblingen hinterherlaufen wie läufige Katzen, sich in den Gassen verlustieren und wenn sie nicht gerade jammern oder vögeln, ein Drama nach dem nächsten abziehen. Doch muss man die sexuelle Ausrichtung als Modeerscheinung sehen? Nun… wenn ich gefragt werde, und das kommt nicht gerade selten vor, wann ich denn für mich beschlossen habe, das gleiche Geschlecht dem anderen vorzuziehen, frage ich mich, woher diese Frage rührt. Wann habt ihr beschlossen, die Farbe Grün zu mögen? Wann habt ihr beschlossen, keine Linsen zu mögen?
Wann habt ihr beschlossen, werte Männerschaft, den Röcken nachzulaufen statt den Hosen? Eben. Gar nicht. Denn es ist, wie es ist.

Natürlich, und da gebe ich der werten Redaktion absolut recht, ist es befremdlich Männer in Rosa über die Pflastersteine flanieren zu sehen und dabei mit dem Hintern zu wackeln, das man gleich ein Schild mit der Aufschrift “Einladung” dran pappen könnte. Und auch ich bin kein großer Freund davon, des nächtens über ineinander verstöpselte Kerle zu stolpern, die meinen Weg zu den Stallungen behindern, in denen ich mein Pferd für den Heimweg holen möchte.
Doch… und das finde ich wesentlich befremdlicher… was ist mit den unsterblichen Elben, die sich an sterbliche Menschen hängen als seien sie gerade im Ausverkauf? Was ist mit Zwergen, die sich zu Halblingen hingezogen fühlen? Was ist mit Elbenpaaren, die sich gänzlich ihrer Natur entgegen gesetzt verhalten und im Gasthaus auf dem Küchentisch kopulieren? Und was ist mit den armen Geschöpfen, denen die Natur einen perfiden Streich spielte, gleichsam ihrer Mutter, die sich offenbar mit einem Wolf paarte, so dass ihnen nun bei entsprechendem Lichteinfall des Mondes Reißzähne wachsen und sie deswegen an argen Depressionen leiden, wie auch regelmäßigen Würgattacken mit der Produktion von Fellbällen, die wenig anschaulich in die Gegend gespuckt werden? Was ist mit den Damen, die offenbar nicht wissen wie sich die Menschheit reproduziert und sich absolut in Gänze über die Naturgesetze hinweg setzen, indem sie sich schwängern lassen und vier Wochen später eine Sturzgeburt vom Feinsten hinlegen und ein gesundes Kind zur Welt bringen? Was ist mit den Halblingen, die auf dem Weg vom Auenland nach Bree die Hälfte ihres Gehirns und somit auch des Sprachzentrums eingebüßt haben?

Es gibt ergo vieles, worüber sich die werte Leserschaft der “vier Buchstaben” wundern, aufregen oder ekeln könnte. Letztlich sind die bunten Vögel der Stadt wie Zahnräder, die geflissentlich ineinander greifen und ein Bild bieten, bei dem einem doch zu gewissen Teilen recht übel werden kann. Aber dafür lieben wir Bree doch, auch wenn es seltsam riecht.

Und zu guter Letzt meinen Gruß an den Chefredakteur… das morgendliche Spiegeldilemma ist mir nur allzu bekannt.

PS: Den Umsatzeinbruch des Bordells könnte man vielleicht auffangen, indem man eine Seelsorge einbaut. Denn ich bin sicher, nicht nur die “Torfstecher” heulen gerne mal rum.

PPS: Der werte Herr Modrey streitet im Übrigen ab, sich mit dem gleichen Geschlecht zu verlustieren. Hier scheint lediglich ein extravaganter Modegeschmack vorzuliegen.

Mit den besten Grüßen eines treuen Lesers

Mathys J. Fraser, Breeländer (nicht bunt gekleidet)

Wir danken Mathys J. Frasier für diesen nicht nur aufschlussreichen sondern gar mahnenden Brief an die Breer Allgemeinheit! Da ma uns nun definitiv nicht nachsagen kann, wir wären auf indiskutable Weise rassistisch oder intollerant, laden wir den Herren gerne in unsere Redaktion ein, sich als Gastschreiber an unserem Blatt zu beteiligen und uns dabei zu unterstützen,die eingerostete Breer Gesellschaft aufzuklären.

 

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